Irgendwann landet das Kürzel in deinem Postfach. Eine Agentur bietet „E-E-A-T-Optimierung“ an, ein Plugin verspricht eine Autorenbox „für bessere Rankings“, und in einem Blog steht, Google habe gerade neue Regeln gegen KI-Texte eingeführt. Du betreibst eine Physiopraxis, einen kleinen Shop oder ein Steuerbüro und fragst dich, ob du jetzt etwas versäumst. Die ehrliche Antwort: Ein Teil davon ist wichtig, ein Teil ist Geschäft mit der Verunsicherung, und ein Teil ist schlicht erfunden.
Dieser Text sortiert das: woher E-E-A-T kommt, wie Google selbst darüber spricht, welche Signale gemeint sind und in welcher Reihenfolge du sie angehst. Für die Details verweist er auf drei weitere Artikel dieser Serie.
E-E-A-T kommt aus einem Handbuch für menschliche Prüfer
Google beschäftigt Menschen, die Suchergebnisse bewerten, die sogenannten Quality Rater. Für sie gibt es ein dickes Handbuch, die Search Quality Rater Guidelines. Die aktuelle Fassung ist vom 11. September 2025 und hat 182 Seiten, das Original-PDF ist öffentlich. Darin steht, woran die Prüfer erkennen sollen, ob eine Seite gut ist.
Das Kürzel stand dort lange als E-A-T: Expertise, Authoritativeness, Trust. Öffentlich wurde das Handbuch in voller Länge erstmals im November 2015. Im Dezember 2022 kam ein zweites E dazu, für Experience, also Erfahrung aus erster Hand. Seitdem heißt es E-E-A-T. Die letzte Überarbeitung im September 2025 hat vor allem die Definitionen für besonders heikle Themen geschärft und Beispiele zu KI-Übersichten ergänzt.
Ein Punkt ist für alles Weitere entscheidend: Die Prüfer bestimmen nicht, wo deine Seite steht. Laut Google haben sie keine Kontrolle über Rankings, und ihre Bewertungen fließen nicht direkt in die Algorithmen ein. Google vergleicht das mit Feedbackkarten im Restaurant: Die Bewertungen zeigen, ob die Suche insgesamt gut funktioniert, und helfen, Änderungen an den Systemen zu prüfen.
Lesenswert ist das Handbuch trotzdem, weil es beschreibt, welche Seiten Google oben sehen will. John Mueller von Google nannte es im Mai 2026 laut Fachmedien aufschlussreich, aber ausdrücklich keine Anleitung fürs Ranking. Lies es als Beschreibung des Ziels, nicht als Bauplan.
Vier Buchstaben, und einer davon trägt die anderen
Die vier Begriffe klingen abstrakt. Im Handbuch sind sie mit einfachen Fragen und Beispielen hinterlegt.
| Buchstabe | Die Frage dahinter | Beispiel aus den Richtlinien |
|---|---|---|
| Experience (Erfahrung) | Hat die Person das, worüber sie schreibt, selbst erlebt oder benutzt? | Ein Produkttest von jemandem, der das Produkt wirklich verwendet hat |
| Expertise (Fachwissen) | Hat sie das nötige Wissen oder Können? | Tipps zur Elektroinstallation von einer Elektrikerin statt von einem Altbau-Fan ohne Elektrikkenntnisse |
| Authoritativeness (Autorität) | Gilt die Person oder die Website als die Anlaufstelle für das Thema? | Die Behördenseite für den Reisepass, das Social-Media-Profil eines Ladens für dessen aktuelle Angebote |
| Trust (Vertrauen) | Ist die Seite genau, ehrlich, sicher und verlässlich? | Ein Shop mit sicherer Zahlung und erreichbarem Kundenservice |
Das Beispiel bei Autorität verdient einen zweiten Blick. Autorität heißt hier nicht „viele Backlinks“ oder „bekannte Marke“. Der Instagram-Kanal einer Bäckerei ist die maßgebliche Quelle dafür, ob es heute Pflaumenkuchen gibt. Eine kleine Website kann für ihr eigenes Feld durchaus die Anlaufstelle sein.
Im Zentrum steht Trust. Das Handbuch sagt es ohne Umweg: Ist eine Seite aus irgendeinem Grund nicht vertrauenswürdig, hat sie niedriges E-E-A-T, egal wie erfahren oder fachkundig sie wirkt. Googles eigenes Beispiel ist ein Betrüger, der viel über Betrug weiß: Seine Expertise macht ihn nicht vertrauenswürdig. Die anderen drei Buchstaben zahlen auf das Vertrauen ein, und eine Seite muss nicht alle drei gleich stark zeigen. Wie viel Vertrauen nötig ist, hängt vom Zweck ab: Ein Produkttest muss ehrlich sein, eine Seite über Medikamente oder Steuern muss stimmen, ein lustiger Post über den Montag braucht fast nichts davon.
Kein Score, kein einzelner Rankingfaktor, aber auch nicht egal
Hier liegt die meiste Verwirrung, weil zwei richtige Sätze sich zu widersprechen scheinen.
Satz eins: E-E-A-T ist kein Rankingfaktor. Google schreibt in seiner Doku zu hilfreichen Inhalten, E-E-A-T sei selbst kein spezifischer Rankingfaktor. Es gibt keinen Wert, den Google für deine Website berechnet und irgendwo ablegt. Laut Fachmedien sagte Gary Illyes von Google schon 2019, es gebe keinen internen E-A-T-Score, und Danny Sullivan wiederholte 2024: kein Rankingfaktor, kein Score, kein Algorithmus.
Satz zwei: Googles Systeme suchen trotzdem nach Signalen, die damit zusammenhängen. Dieselbe Doku sagt, die Systeme nutzen eine Mischung von Faktoren, um Inhalte mit gutem E-E-A-T zu erkennen. Bei Themen, die Gesundheit, finanzielle Stabilität oder Sicherheit von Menschen oder das Wohl der Gesellschaft erheblich beeinflussen können, bekommen solche Inhalte noch mehr Gewicht. Sullivan schrieb 2019 sinngemäß: Wenn man unter Rankingfaktor etwas direkt Messbares wie die Ladezeit versteht, ist E-A-T keiner. Wenn man meint, dass viele Signale als Stellvertreter dafür dienen, dann in diesem Sinne schon.
Die beiden Sätze passen zusammen. E-E-A-T ist die Beschreibung dessen, was Google finden will. Die Algorithmen messen nicht E-E-A-T, sondern viele einzelne Dinge, die erfahrungsgemäß mit vertrauenswürdigen Seiten einhergehen. Eins davon nennt Google öffentlich: ob andere bekannte Websites auf einen Inhalt verlinken oder ihn erwähnen. Die meisten anderen nennt Google nicht.
Was das für dich heißt, fasste Sullivan 2024 so zusammen: Statt E-E-A-T beweisen zu wollen, frag dich, ob Besucher aus der Suche mit dem zufrieden sind, was sie bei dir vorfinden. Das ist unbequemer als eine Checkliste, aber auf diese Frage laufen alle Signale hinaus.
Auch der Leak interner Google-Dokumentation vom Mai 2024 ändert daran wenig. Er zeigt, dass Google Autoren und eine Art Website-Autorität als Daten speichert. Ob und wie stark das ins Ranking einfließt, verrät er nicht, und der Begriff E-E-A-T kommt darin nicht vor.
Und weil Gesundheit, Geld und Recht so oft fallen: Diese Themen heißen im Handbuch YMYL, „Your Money or Your Life“. Ob deine Website dazugehört, entscheidet nicht die Branche, sondern die einzelne Seite. Das ist ein eigenes Thema und steht ausführlich in YMYL-Seiten.
Was „Signale“ konkret heißt: drei Ebenen
Das Handbuch nennt drei Quellen, aus denen sich E-E-A-T ablesen lässt: was die Website oder die Person über sich selbst sagt, was andere über sie sagen, und was auf der Seite selbst sichtbar ist. Daraus ergeben sich drei Ebenen, die sich darin unterscheiden, wie viel du selbst in der Hand hast.
Auf der Seite: der Inhalt selbst
Hier hast du alles in der Hand. Das wichtigste Signal ist der Inhalt: Beantwortet er die Frage, stimmt er, steckt Arbeit darin? Das Handbuch nennt Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit als Maßstäbe, bei heiklen Themen gemessen am fachlichen Konsens.
Dann die Erfahrung. Google fragt, ob ein Inhalt Wissen aus erster Hand zeigt, etwa weil jemand ein Produkt wirklich benutzt oder einen Ort wirklich besucht hat. Auf einer kleinen Website heißt das: eigene Fotos statt Stockbilder, Messwerte vorher und nachher, ein konkreter Fall mit Zeitraum und Ergebnis, ein Satz dazu, wie du getestet hast und wo die Grenzen liegen. Die erfundene beispiel-physio.de schreibt nicht „Rückenschmerzen können viele Ursachen haben“, sondern zeigt, mit welchen drei Übungen sie Patienten nach einem Bandscheibenvorfall in den ersten Wochen anleitet, mit eigenen Fotos aus dem Behandlungsraum.
Dazu kommen die sichtbaren Belege: eine Autorenzeile, die zu mehr Informationen über die Person führt, Quellen bei Zahlen und Behauptungen, am besten Primärquellen, und ein sichtbares Datum mit Label, „veröffentlicht“ oder „aktualisiert“. Das Datum muss ehrlich sein. Google fragt in seinen Leitfragen ausdrücklich, ob du Daten änderst, damit Seiten frisch wirken, obwohl sich am Inhalt nichts wesentlich geändert hat. Warum das schadet, steht in Inhalte aktualisieren.
Auf der Website: wer dahintersteht
Die zweite Ebene umgibt jede Seite. Das Handbuch verlangt, dass klar ist, wer für die Website verantwortlich ist und wer den Inhalt erstellt hat, und dass man Kontakt aufnehmen kann. Wie viel davon nötig ist, hängt wieder vom Zweck ab: Für Websites, die mit Geld zu tun haben, nennt das Handbuch Kontaktinformationen extrem wichtig, und bei Shops schauen Prüfer gezielt nach Zahlungs-, Umtausch- und Rückgaberegeln.
Konkret gehören dazu: eine Über-uns-Seite mit echten Namen und echten Fotos statt „Wir sind ein junges, dynamisches Team“, eine Kontaktseite mit Adresse und Telefon, Autorenseiten für alle, die Ratgeber schreiben, und ein erkennbarer Zweck der Website. In Deutschland ist das Impressum nach § 5 DDG ohnehin Pflicht, und es ist zugleich genau die Angabe, die ein Prüfer unter „wer ist verantwortlich“ sucht. Das ist ein Hinweis, keine Rechtsberatung, die Details klärst du mit Kammer, IHK oder Anwalt.
Wie hart das Handbuch hier ist, zeigt eine Zeile aus den Kriterien für die schlechteste Bewertung: ein vollständiges Fehlen von Informationen darüber, wer für Website und Inhalt verantwortlich ist, bei Seiten, die Vertrauen erfordern. Wie du Autorenzeile, Autorenseite und Über-uns-Seite aufbaust, steht in Autorenseiten erstellen.
Außerhalb der Website: was andere über dich sagen
Die dritte Ebene hast du am wenigsten in der Hand, und das Handbuch gewichtet sie trotzdem hoch. Prüfer sollen bei jeder Bewertung nach der Reputation suchen, mit Suchen wie beispiel-steuerberatung -site:beispiel-steuerberatung.de. Gezählt werden unabhängige Bewertungen, Presseartikel, Erwähnungen in Foren, Empfehlungen von Fachleuten. Widersprechen sich Selbstdarstellung und unabhängige Quellen, gelten die unabhängigen.
Drei Details aus dem Handbuch helfen dabei. Bei heiklen Themen zählt, was Fachleute sagen, und eine Empfehlung durch einen Fachverband ist ein starker Beleg. Kundenbewertungen sollen gelesen und nicht nur gezählt werden: Ein unfreundlicher Mitarbeiter in einer Rezension ist kein Problem, glaubhafte Betrugsvorwürfe sind eins. Und Traffic-Statistiken von Drittanbietern zeigen ausdrücklich keine Reputation.
Was du tun kannst, ist überschaubar: ein gepflegtes Unternehmensprofil, die Bitte an zufriedene Kunden um eine Bewertung ohne Anreiz, Mitgliedschaften in Kammer oder Verband sichtbar machen, Fachbeiträge oder Vorträge dort, wo dein Fachpublikum liest. Gekaufte Bewertungen sind tabu, rechtlich wie bei Google. Die ganze Liste dieser Signale, mit Shop-Besonderheiten, steht in Vertrauenssignale auf der Website.
Wer, wie, warum: Googles drei Fragen an jeden Inhalt
Für Website-Betreiber geschrieben ist Googles Leitfaden zu hilfreichen Inhalten. Er bricht E-E-A-T auf drei Fragen herunter.
Wer hat das gemacht? Ist ohne Suchen erkennbar, wer den Inhalt verfasst hat, und führt die Autorenzeile zu mehr Informationen über die Person? Google empfiehlt ausdrücklich zutreffende Autorenangaben dort, wo Leser sie erwarten. Auf einer Leistungsseite „Heizungswartung“ fragt das niemand. Bei einem Ratgeber zur Grundsteuer fragt es jeder.
Wie ist es entstanden? Bei einem Test: Wie viele Produkte, mit welchen Ergebnissen, mit welchen Belegen? Bei automatisierter Erstellung oder KI: Ist das erkennbar, und wird erklärt, wie und warum sie eingesetzt wurde? Eine Erklärung lohnt sich dort, wo Leser sich das fragen würden.
Warum gibt es das? Google nennt das die vielleicht wichtigste Frage. Der Inhalt sollte vor allem Menschen helfen und nicht in erster Linie Besucher aus der Suche einsammeln. Ein Artikel, der nur existiert, weil ein Keyword-Tool ein Suchvolumen gemeldet hat, fällt hier durch, egal wie ordentlich die Autorenzeile ist.
KI-Texte: Die Herkunft entscheidet nicht, der Mehrwert schon
Googles Position ist seit Februar 2023 dieselbe: Belohnt wird Qualität, egal wie sie entsteht, und KI-Einsatz verschafft keinen Vorteil. Wer KI benutzt, um Rankings zu manipulieren, verstößt gegen die Spam-Richtlinien.
Das Handbuch ist in beide Richtungen deutlich. Seit Januar 2025 definiert es generative KI als nützliches Werkzeug, das wie jedes Werkzeug missbraucht werden kann. Viele Seiten mit wenig Aufwand und ohne Mehrwert für Besucher bekommen die schlechteste Bewertung, ausdrücklich unabhängig davon, wie sie entstanden sind. Gleichzeitig steht dort, dass KI-Einsatz allein nichts über Aufwand und Qualität einer Seite aussagt.
Wie es nicht geht, zeigt ein Beispiel aus dem Handbuch: ein Elternratgeber, dessen Nutzungsbedingungen pauschal erwähnen, „einige Artikel“ seien KI-erzeugt, ohne zu sagen welche, und der sich dort zugleich als Experiment für KI-Interessierte statt als Ratgeber für Eltern beschreibt. Er bekommt die schlechteste Bewertung.
Für dich heißt das: KI als Werkzeug für Gliederung, Entwurf oder Formulierung ist in Ordnung, solange ein Mensch mit Fachwissen prüft, ergänzt und verantwortet. Erfahrung aus erster Hand, das eigene Foto, den konkreten Fall aus deiner Praxis kann ein Sprachmodell nicht liefern, und genau das unterscheidet eine Seite von hundert ähnlichen.
Kleine Website, keine Presse: weniger schlimm, als es klingt
Keine Wikipedia-Seite, keine Presseartikel, zwölf Google-Bewertungen: Wie soll das gegen große Portale ankommen?
Das Handbuch hat dafür einen eigenen Abschnitt, und er entlastet. Kleine Websites haben oft wenig oder gar keine Reputationsinformationen im Netz. Das sei weder ein Zeichen für hohe noch für niedrige Qualität. Prüfer sollen dann die übrigen Kriterien stärker gewichten, vor allem bei heiklen Themen. An anderer Stelle steht, dass auch ohne Reputationsinformationen die Bewertungen „High“ und sogar „Highest“ möglich sind.
Fehlende Bekanntheit ist also kein Makel, ein schlechter Ruf schon. Eine Handvoll ehrlicher Bewertungen und eine Website, auf der man sieht, wer arbeitet und was er kann, sind für eine Praxis in Bochum ein solider Stand. Künstlich aufblasen solltest du nichts. Das Handbuch warnt ausdrücklich vor übertriebener Selbstdarstellung: E-E-A-T soll auf Inhalt, Reputation und überprüfbaren Qualifikationen beruhen, nicht auf der Behauptung „Ich bin Experte“. Wer übertreibt, landet bei „Low“.
Fünf Mythen, die Geld und Zeit kosten
„Es gibt einen E-E-A-T-Score.“ Gibt es nicht, weder öffentlich noch intern, das haben mehrere Google-Mitarbeiter über Jahre wiederholt. Wer dir einen E-E-A-T-Wert verkauft, hat sich eine eigene Zahl ausgedacht. Die kann als Checkliste taugen, misst aber nicht, was Google sieht.
„Eine Autorenbox bringt Rankings.“ Autorenzeilen empfiehlt Google für Leser. Zu Autorenseiten sagte Mueller 2020 sinngemäß, sie seien kein Muss, aber sinnvoll, wenn Menschen den Informationen vertrauen sollen. Eine Box mit erfundenem Titel schadet sogar: Das Handbuch wertet erfundene Profile und falsche Qualifikationen als Täuschung.
„Schema-Markup erzeugt Autorität.“ Strukturierte Daten beschreiben, was auf der Seite steht, und helfen Google, Autoren eindeutig zuzuordnen. Mueller sagte 2025 sinngemäß, strukturierte Daten ließen eine Website nicht besser ranken. Markup für Dinge, die Leser nicht sehen, verstößt gegen Googles Richtlinien. Was Markup im KI-Zeitalter leistet und was nicht, steht in Strukturierte Daten für KI.
„Backlinks sind Authority sind E-E-A-T.“ Halb richtig. Google nennt Links und Erwähnungen durch bekannte Websites als einen Faktor. Autorität meint im Handbuch aber, ob jemand als Anlaufstelle für ein Thema gilt, und Vertrauen wiegt schwerer. Werte wie Domain Authority oder Domain Rating stammen von Tool-Anbietern, nicht von Google.
„Im Juni 2026 hat Google die Richtlinien verschärft.“ Mehrere Blogs berichten von einem Update am 12. Juni 2026 mit einer neuen Markierung namens „Synthetic Authority“ gegen KI-Texte. Keiner verlinkt eine Google-Quelle, die zitierten Abschnittsnummern passen nicht zum echten Handbuch, und das offizielle PDF trägt am 1. Oktober 2026 weiterhin das Datum vom 11. September 2025. So entstehen Mythen: Ein Text behauptet, andere schreiben ab. Wenn jemand mit einer neuen Regel argumentiert, frag nach dem Link zum PDF oder zum Google-Blog.
Die Reihenfolge: erst Vertrauen, dann Belege, dann Markup
Viele fangen beim Schema-Plugin an, also am falschen Ende. Sinnvoller ist die Reihenfolge, in der ein skeptischer Besucher deine Website erlebt.
Zuerst die Grundlagen des Vertrauens. Impressum, Kontakt, Adresse, eine Über-uns-Seite mit Menschen, HTTPS, bei Shops auffindbare Angaben zu Versand, Rückgabe und Zahlarten. Ohne diese Ebene ist alles Weitere Fassade.
Dann die Inhalte mit dem höchsten Risiko. Die Seiten, bei denen ein Fehler jemandem schaden könnte: Stimmen die Fakten, stehen Quellen dabei, steht ein Name dafür gerade? Ein falscher Freibetrag auf beispiel-steuerberatung.de wiegt schwerer als zehn fehlende Autorenseiten.
Dann Erfahrung sichtbar machen. Eigene Fotos, Zahlen und Fälle in die Seiten, die heute austauschbar klingen. Hier haben kleine Betriebe großen Portalen etwas voraus.
Dann Autorenzeilen, Autorenseiten und ehrliche Daten, sauber verknüpft von der Byline zur Autorenseite und weiter zur Über-uns-Seite.
Zuletzt das Markup, als Spiegel dessen, was sichtbar ist, nicht als Ersatz dafür. Den Ruf pflegst du nebenher und dauerhaft.
Womit du anfängst
- Such deine Marke mit
deinname -site:deine-domain.deund lies die ersten zwei Ergebnisseiten so, wie ein Fremder sie lesen würde. - Prüf, ob Impressum und Kontakt von jeder Seite aus direkt erreichbar sind und ob die Über-uns-Seite echte Namen und Fotos zeigt.
- Liste die fünf Seiten auf, bei denen ein Fehler einem Besucher schaden könnte, und prüf dort Fakten, Quellen und Datum.
- Setz bei Ratgebertexten eine sichtbare Autorenzeile, die auf eine Autorenseite mit kurzer, wahrer Biografie führt.
- Ersetz auf drei Seiten Stockfotos und Allgemeinplätze durch eigene Bilder, Messwerte oder einen konkreten Fall.
- Kontrollier, ob das angezeigte Änderungsdatum nur dann springt, wenn sich der Inhalt wirklich ändert.
- Erst danach: Article-, Organization- und ProfilePage-Markup ergänzen und mit dem Rich-Results-Test prüfen.
Wie Traffalyzer dabei hilft
Vorweg: Traffalyzer kann E-E-A-T nicht messen, weil es keinen solchen Wert gibt. Der Scan prüft die technischen Voraussetzungen, auf denen die sichtbaren Signale aufsetzen.
Er zählt, wie viele deiner Seiten eine Autorenangabe in den Metadaten haben (meta name="author" oder article:author) und wie viele ein Veröffentlichungs- oder Änderungsdatum (article:published_time, article:modified_time). Die beiden Autoren-Tags wertet Google laut eigener Doku nicht aus, dort zählen die sichtbare Autorenzeile und der Autor im Article-Markup. Die Zahl ist deshalb ein Hinweis für andere Systeme wie KI-Assistenten, Feedreader und soziale Netzwerke und zeigt, ob überhaupt Autoren gepflegt werden. Außerdem misst der Scan die Abdeckung mit strukturierten Daten nach Schema.org und prüft HTTPS.
Er erkennt Änderungsdaten, die nicht glaubwürdig sind: Eine Seite meldet ein frisches Datum, aber Traffalyzer hat seit Wochen keine inhaltliche Änderung gesehen. Typisch ist ein Theme, das das Datum bei jedem Aufruf neu setzt. Die Liste „Inhalte zum Auffrischen“ schlägt Seiten vor, die zu veralten beginnen, und mit verbundener Search Console siehst du, ob Rankings nach einer Überarbeitung steigen. Ob deine Biografie stimmt und deine Fotos echt sind, beurteilt weiterhin ein Mensch.
Häufige Fragen
Was bedeutet E-E-A-T?
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust, auf Deutsch Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen. Der Begriff stammt aus Googles Richtlinien für menschliche Qualitätsprüfer. Er beschreibt, woran man eine verlässliche Seite erkennt, wobei Vertrauen im Zentrum steht und die anderen drei darauf einzahlen.
Ist E-E-A-T ein Rankingfaktor?
Nicht im Sinne eines einzelnen, messbaren Faktors. Google sagt selbst, E-E-A-T sei kein spezifischer Rankingfaktor, und Google-Mitarbeiter haben wiederholt erklärt, dass es keinen Score dafür gibt. Die Systeme nutzen aber eine Mischung von Signalen, die mit E-E-A-T zusammenhängen, und gewichten diese bei Themen zu Gesundheit, Geld und Sicherheit stärker.
Bewerten die Quality Rater meine Website?
Sie bewerten Stichproben von Suchergebnissen, aber ihre Urteile ändern nicht, wo eine einzelne Seite steht. Google nutzt die Bewertungen, um zu prüfen, ob Änderungen an den Algorithmen die Suche insgesamt verbessern. Eine Abstrafung folgt daraus nicht.
Brauche ich für E-E-A-T Autorenseiten?
Nicht überall. Autorenzeilen und Autorenseiten lohnen sich dort, wo Leser fragen würden, wer das geschrieben hat, vor allem bei Ratgebern zu Gesundheit, Geld oder Recht. Eine Leistungsseite braucht keine. Als direkten Rankinghebel hat Google Autorenseiten nie bestätigt, ihr Nutzen liegt im Vertrauen der Leser.
Kann eine kleine Website ohne Presse und Wikipedia gutes E-E-A-T haben?
Ja. Die Richtlinien sagen ausdrücklich, dass wenig Reputationsinformation im Netz bei kleinen Websites weder für noch gegen die Qualität spricht. Dann zählen Inhalt, Erfahrung und Transparenz stärker. Schlecht ist nicht ein unbekannter Name, sondern ein schlechter Ruf.
Werden KI-Texte wegen E-E-A-T abgewertet?
Nicht wegen ihrer Herkunft. Google bewertet Qualität unabhängig davon, wie ein Inhalt entstanden ist. Abgewertet werden massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert, egal ob von Mensch oder Maschine. KI als Werkzeug mit fachlicher Prüfung und eigener Erfahrung ist kein Problem.